„Kann der Mann nicht mal ´ne Badehose anziehen, wir sind hier am Textilstrand“,
denke ich als meine Sommerabschiedsrunden im See schwimme
und ein Mann mit seinem Kind nackt am Strand steht.

Und ich bin irritiert, wieso mir so was in den Sinn kommt.
Was ist denn mit mir los?

Wieso kommen solche Gednaken auf einmal in mir auf,
obwohl ich selbst gern nackt in die Sauna gehe
und auch gern am FKK- Strand bade.

Also irgendwelche Ängste, weil ein Mann nackt mit seinem Kind am Strand steht,
kommen nicht in mir auf.
Bin ich etwa kontrollwütig?
Ne auch das nicht.

Oh da meldet sich was:

Es war mir vorhin unangenehm, als ich den nassen Bikini angezogen habe
zu meinem vielleicht letzten Bad in diesem Sommer im See.
Ich wäre lieber nackt reingesprungen.
Das habe ich mir nicht getraut – so wenig,
dass ich den Gedanken nicht mal richtig wahrgenommen habe.
Und das kurze unangenehme Gefühl habe ich gleich verdrängt.
Und jetzt verurteile ich innerlich jemanden,
der das tut, was ich mir nicht getraut habe.
Und ich ziehe im Wasser meinen Bikini aus
und schwimme nackt durchs Wasser,
lasse meinen Körper vom Wasser streicheln.

Welcher Genuss. Das volle Vergnügen beim Abschiedsbaden.

Oh wie schön, Gewaltfreie Kommunikation schon
in der betreffenden Situation anwenden zu können.